
Dehli ist die Hauptstadt des volkreichsten demokratischen Landes der Erde, Indien. In kaum einer anderen Stadt dieser Welt ist der Kontrast zwischen der gewachsenen alten Stadt und der auf dem Reißbrett entworfenen neuen Stadt so groß wie in dieser 10 Millionen Metropole. Fast ein Jahrtausend lang ertrugen die Menschen hier fremde Herrschaft, waren die großen Bauherren und Künstler nicht einheimische Hindus, sondern Eroberer, moslemische Mogulen und später bis 1947 die Engländer. So wurde Delhis Stadtbild anschauliche Geschichte. Der Reiseweg führt weiter gen Süden nach Gwalior. Hier steht eine der mächtigsten Befestigungen der Erde mit zahlreichen Tempeln, Palästen, Depots und Zisternen. Der Man-Mandir Palast aus dem 15.Jahrhundert zeigt ausnahmslos das hohe Maß der Hindu-Architektur des Landes. Die Tempelanlagen in dem kleinen Ort Khajuraho im Bundesstaat Madhya Pradesh zählen zu den schönsten Kulturdenkmälern Indiens. Sie entstanden vor über 1000 Jahren und sind zum Teil noch fast vollständig erhalten. Die Steinmetzarbeiten aus Sandstein an den Tempeln mit den erotischen Szenen sind zurecht weltberühmt. Das Moment der Erotik zieht sich seit frühester Zeit wie ein roter Faden nicht nur durch die Kunst Indiens, sondern durchdringt auch die Religion, der die Kunst ja lange Zeit ausschließlich diente.