
Die Antarktis, unberührte Weite, klirrende Kälte - das einzige intakte Ökosystem der heutigen Welt. Noch. Denn man schickt sich an, dieses letzte Niemandsland aufzuteilen und zur Ausbeutung freizugeben. 18 Staaten hatten sich 1959 geeinigt, den unbewohnten Kontinent nur für friedliche Forschungszwecke zu nutzen. 1991 steht dieser Antarktis-Vertrag zur Disposition. Dann will man die Antarktis auch für die wirtschaftliche Nutzung freigeben. Denn unter der bis zu 1700 Meter dicken Eisdecke der Antarktis schlummern riesige Rohstoffmengen. Die Folge wäre eine ökologische Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Um diese Katastrophe abzuwenden, bereitet die Umweltschutzorganisation Greenpeace 1986 ihre bisher auwendigste Aktion vor: Der Aufbau einer eigenen Station sollte die Voraussetzung erfüllen, daß Greenpeace seine Forderung nach einem "Weltpakt Antarctica" als Gleichberechtigter im Kreis der 18 Länder durchsetzen kann. Das Unternehmen mußte wegen starken Packeis abgebrochen werden und konnte erst ein Jahr später in die Tat umgesetzt werden. Trotzdem ist es Regisseur Engstfeld gelungen, die Weite und Unberührtheit des Kontinent zu vermitteln und gleichzeitig die Kolonialhaltung der Vertragsstaaten zu entlarven.