
Eugen Hermann-Friede, geb. 1926, wuchs in Berlin-Kreuzberg auf. Bei den nationalsozialistischen Behörden galt er als "Volljude", obgleich seine aus Rußland stammende Mutter in "Mischehe" lebte und über seinen natürlichen, inzwischen verstorbenen Vater keine Auskunft gab. Als die Deportationen einsetzten, wurde seine Lage immer prekärer. Im Januar 1943 mußte er untertauchen. Im Sommer 1943 wurde der Siebzehnjährige schließlich nach Luckenwalde vermittelt, wo er die Gründung der Widerstandsgruppe "Gemeinschaft für Frieden und Aufbau" erlebte und in ihr mitwirkte. Es werden Tausende von Flugblättern hergestellt und versandt, Quartiere für untergetauchte Juden vermittelt und andere Aktionen vorbereitet. Aber nach knapp eineinhalb Jahren flog die Gruppe auf. Eugen Hermann-Friede wird verhaftet. Zuletzt in einem Bunker in der Großen Hamburger Straße verschleppt, überlebte er in ständiger Angst vor Abtransport und Ermordung das Ende der nationalsozialistischen Diktatur.